„Ich kann mich auf alle vollkommen verlassen“ (12/2015)

Wenn am vierten Advent die letzten Akkorde von Bachs Weihnachtsoratorium verklungen sein werden, können die Dommusiker auf ein bewegtes konzertantes Jahr zurückblicken. Domkapellmeister Karsten Storck weiß, wie viele Menschen daran mitwirken.

Karsten StorckHerr Storck, mit welchem Gefühl werden Sie das Jahr beschließen?

Erfüllt von vielen wunderbaren Erlebnissen – musikalisch und menschlich. Und daher unglaublich dankbar für das, was wir in den vergangenen zwölf Monaten geleistet haben. Das fängt bei den Kleinsten im Dom- und Mädchenchor an und geht bis zu den ältesten Sängern in der Domkantorei. Man sagt immer, dass ein Chorleiter nur so gut sein könne, wie seine Chöre. Das gilt ja auch für das engagierte Arbeiten an und mit der Musik. Hier kann ich mich auf alle vollkommen verlassen.

Ein Mitsingen in den Chören am Mainzer Dom bedeutet vor allem einen intensiven Zeitaufwand für Gottesdienste, Proben und Konzerte. Ist das für Ihre Sänger eine Selbstverständlichkeit?

Ja, und das ist doch unglaublich toll! Jede Stimme ist wichtig für ein Gelingen. Und das weiß auch jeder. Wir Dommusiker machen hier ja unsere Arbeit. Aber alle Choristen erfüllen ihre Aufgabe freiwillig und ehrenamtlich. Als Dank erhalten Sie nach den Konzerten nur den Applaus. Und den verdienen sie wirklich.

Nun wirken im Mainzer Domchor und im Mädchenchor am Dom und St. Quintin ja Kinder und Jugendliche mit. Das hat doch sicherlich auch Einfluss auf das familiäre Leben?

Natürlich. Und daher geht mein Dank auch ausdrücklich an die Eltern. Nicht nur, dass sie das Engagement ihrer Kinder mittragen. Sie sind ja oft unmittelbar betroffen, wenn es darum geht, die Kinder nach einer Probe, die vielleicht mal kürzer oder länger dauert, abzuholen. Und während der musikalischen Arbeit ist das Kind ja bei uns und nicht zuhause. Für diese Mitarbeit und für das Vertrauen bin ich ebenfalls sehr dankbar.

Die Musica sacra kann sich offenbar über eine breite Unterstützung von außen freuen. Gilt das auch intern?

Ja! Unsere Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird vom Domkapitel und von Bischof Lehmann vorbehaltlos unterstützt. Dankbar bin vor allem für die neu geschaffene Stelle, die seit nun fast einem Jahr von Michael Kaltenbach besetzt ist. Mit dieser Entscheidung hat das Domkapitel ganz klar ein Signal in Richtung Zukunft gegeben.

Der Mädchenchor war im Sommer in Rom, der Domchor in Amerika. Wie war die Reise?

So eine Reise schweißt immer zusammen und zeigt, in welcher Verfassung der Chor ist – nicht nur musikalisch, sondern auch als soziales Gefüge. Es ist immer ein schönes Erlebnis, wenn das alles reibungslos funktioniert. Was natürlich auch an der wertvollen Vorarbeit und Unterstützung vor Ort liegt. Hier konnten wir auf den Freundschaftskreis Mainz-Louisville
bauen. Umso mehr hat uns auch das Konzert in der Mainzer Partnerstadt Spaß gemacht. Und unseren Gastgebern offenbar auch, denn sie meinten, wir dürften jederzeit wiederkommen.

Apropos Konzerte: Hier scheinen Sie ja den Nerv des Publikums zu treffen, denn das Interesse an Ihren Programmen ist erfreulich groß.

Stimmt. Und auch das ist für uns ein Grund, Danke zu sagen: Das Mainzer Publikum hält uns seit langer Zeit die Treue. Außerdem können wir immer wieder junge, herausragende Solisten verpflichten. Auch ihnen sage ich an dieser Stelle Danke, denn sie sorgen ebenfalls für die hohe Qualität, mit der wir aktuell am Mainzer Dom musizieren dürfen.

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