Neuer Flügel im Chorsaal (03/2014)

Seit kurzem steht er im Chorsaal, schwarz glänzend und zwei Meter lang: der neue Flügel aus dem Hause Kawai. Das Instrument war nötig geworden, weil eine Sanierung des seit 20 Jahren im Dienst der Musica Sacra und ihrer Probenarbeit stehenden Blüthner-Flügels zu kostspielig gewesen wäre: Eine ausgeschlagene Tastatur, rostige Saiten und zwei mal abgeschliffene Hammerköpfe lassen den Kenner so sorgenvoll in den Resonanzraum blicken wie einen strengen TÜV-Prüfer in die Motorhaube eines maroden Oldtimers.

Also dachte Domkapellmeister Karsten Storck an ein neues Instrument. Und seine Gedanken wurden durch großzügige Unterstützung befeuert: ein Zuschuss des Domkapitels, Support durch den Förderverein und nicht zuletzt über 8.000 Euro, die beim 60. Geburtstag seines Amtsvorgängers Prof.Mathias Breitschaft zusammengekommen waren wurden zum preislichen Entgegenkommen des Mainzer Hauses Musik Alexander, einem langjährigen Partner der Musica Sacra, addiert und man entschied sich dort für den Flügel aus Asien, dessen Klang Storck und Domkantor Matthias Bartsch sofort überzeugt hatte.

„Sieben Tage die Woche ist das Instrument von 14 bis 21 Uhr im Einsatz“, zählt der Domkapellmeister die „Arbeitszeit“ des Chorsaalflügels zusammen. Das Instrument sei wichtig, denn „je sinnvoller ein gut eingesetzter Flügel ist, desto besser ist der Chor.“ Bei den Proben dient die Klaviatur als Intonationstest, Tonangabe und natürlich als Korrepetitions-Instrument bei großen Oratorien und orchesterbegleiteten Werken.

Und man spielt auch mit dem Gedanken, die Chorhaus-Matineen und -Soireen wieder aufleben zu lassen, hat man nach Worten Storcks mit dem Kollegen Bartsch doch einen hervorragenden Pianisten beispielsweise für Liedabende im Haus: „Die von Mathias Breitschaft ins Leben gerufene Tradition ist derzeit leider eingeschlafen. Aber mit dem neuen Flügel können wir sie in der nächsten Saison ja vielleicht wieder aufwecken.“

Und was passiert mit dem alten Blüthner-Flügel? Der erhält sein Gnadenbrot in Form zarter Notenanschläge, bleibt jedoch im Dienst der Musica Sacra: Er wird, moderat aufgearbeitet, seine neue „Arbeitsstelle“ im Bildungszentrum des Bistums in Kloster Ilbenstadt antreten, wo die Domchöre zukünftig ihre kurzen Probenwochenenden verbringen werden: „Ein tolles Haus mit idealen Proben- und Freizeitmöglichkeiten für die Kinder“, freut sich Storck. Also: Auf Wiederhören, Herr Blüthner!

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