Partnerschaft mit weltweiter Strahlkraft (10/2016)

Würde man behaupten, der Mainzer Domchor habe in seiner 150-jährigen Geschichte zahlreiche Schallplatten und CDs aufgenommen, entspräche dies nicht ganz der Wahrheit, da diese Medien ja weitaus jünger sind. Doch dokumentiert spätestens seit der „Ära Breitschaft“ eine beeindruckend hohe Anzahl von Tonträgern die musikalische Arbeit am Dom.

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Auch unter Domkapellmeister Karsten Storck wurden CDs aufgenommen. Hatte man zuvor jedoch mit regionalen Labels produziert, arbeitet man seit einigen Jahren erfolgreich mit der in Leipzig ansässigen Firma Rondeau Production zusammen. Im Portfolio dieses Labels, das sich auf Chormusik spezialisiert hat und seine Produkte weltweit vertreibt, finden sich unter anderem mit den Leipziger Thomanern oder dem Windsbacher Knabenchor namhafte „Kollegen“ der Mainzer.

Zwei aktuelle CDs sind mittlerweile am Markt, weitere sind geplant: 2014 nahm Storck mit dem Mainzer Domchor, der Domkantorei St. Martin und den Mainzer Dombläsern Werke von Hans Leo Hassler (1564-1612) auf. Neben der Leistung der Interpreten beeindruckt hier vor allem, wie die Tonmeister von Rondeau die schwierige Domakustik eingefangen haben: Das Ergebnis ist ein fast schon räumliches Hörerlebnis. 2015 folgte dann eine Aufnahme der „Sieben letzten Worte Christi am Kreuz“ von César Franck (1822-1890); auf dieser CD ist auch Domorganist Daniel Beckmann an der Klais-Orgel von St. Stephan zu hören.

„Musik und Kirche sind untrennbar miteinander verbunden“, sagt Frank Hallmann als Geschäftsführer von Rondeau Production und freut sich über das rege musikalische Leben in großen und kleinen Gemeinden: „Allerdings verfügen nur wenige Zentren über eine solch große musikalische Strahlkraft, die über alle lokalen und konfessionellen Grenzen hinaus wirkt, wie dies im Mainzer Dom der Fall ist.“ Als man in Leipzig die 2014 bei Acousence erschienene (und leider vergriffene) Aufnahme von Arvo Pärts Johannespassion hörte, überwog fast die Enttäuschung, diese CD nicht selbst produziert zu haben. Umso mehr freute man sich hier über die folgenden Kooperationen.

Storck gelinge es durch musikalisches Fingerspitzengefühl und Organisationstalent musterhaft, mit seinem Domchor Konzerte zu geben, die „es verdienen noch länger nachzuhallen als es die beeindruckende Akustik des Doms zulässt“, unterstreicht Hallmann. Man sei froh, dass man seinen Katalog durch die Aufnahmen der Geistlichen Chormusik Hasslers und Francks bereichern konnte, und ist außerdem gespannt auf alle Projekte und Programme, mit denen Storck und die Musica Sacra am Mainzer Dom sowohl ihr Publikum vor Ort als auch – durch die CDs – Musikliebhaber in aller Welt begeistern werden, gratuliert man dem Mainzer Domchor auch von der Musikstadt Leipzig aus zum Jubiläum.

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